Montag, 16. Februar 2015

hoher Besuch



Sehr verehrte Gäste und Freunde der Drachenfedern-Reihe, darf ich mich vorstellen?

Ich bin Fäiram, König von Häälröm.

Es war eine beschwerliche Reise in die Menschenwelt. Eis, Schnee und klirrende Kälte hat es mir nicht gerade erleichtert. Aber ich habe es geschafft. Nun ruhe ich mich auf einem kuscheligen Kissen der Kuschelgang aus, bis ich mich zusammen mit meiner Autorin aufmache zur Buchmesse nach Leipzig. Ich hoffe, dort auf ganz viele Drachenfedernfans zu treffen.
Ihr werdet mich in der Halle 5, am Stand D318 finden, gemeinsam mit der Kuschelgang und noch einigen anderen Freunden.


Bis demnächst in Leipzig.

Euer Fäiram

Dienstag, 3. Februar 2015

Dienstagsgedanken

An einem Tag die diesem oder auch jedem anderen Tag in der Woche kommen beim Lesen von Geschichten, die andere Leute geschrieben haben, Gedanken auf wie:

Niemand ist perfekt!
Irren ist Menschlich.
Wo gehobelt wird, fallen Späne!
Aus Fehlern lernt man.

Das ist ein Thema für sich. Derjenige, der sich selbst nicht für perfekt und fehlerlos hält, toleriert die Fehler anderer eher. Zumindest habe ich das so für mich ausgemacht. Ich bin wahrlich nicht perfekt. Zu schüchtern, zu leise, zu wenig dominant in der Welt, in die ich mich mit meinem Hobby, aus dem mittlerweile viel mehr geworden ist, geschlichen habe.
Ich beobachte täglich das Geschehen auf Facebook und amazon, lese Rezensionen und Kommentare und schüttle ein ums andere Mal mit dem Kopf. Haben die Leute nichts besseres zu tun?
Es gibt durchaus Richtwerte, an die man sich halten sollte. Dabei gibt es grundauf verschiedene Maßstäbe, mit denen Bookrix/Fanfiktion und co. bzw. amazon und all die anderen Kaufseiten bemessen werden. Sobald etwas kostenpflichtig wird, verlangt man Perfektion. Verständlich, denn die Leute, die ihr sauer verdientes Geld opfern, fordern etwas für ihr Geld. Dilettantismus und Pi-Mal-Daumen hat jeder zu Hause.

Auch ich lege Wert auf Fehlerfreiheit - soweit es meine Möglichkeiten erlauben. Also sollte ich eher von Fehlermangel reden. Ich bin kein Spiegel-Bestseller-Top-10-Autor und habe keinen ganzen Hofstaat an Lektoren, Korrekteuren und hochbezahlten Leuten hinter mir, die mir jeden Fehler aus den Storys rausziehen (was auch keine Garantie für Fehlerfreiheit ist). Ich habe gute Freunde, die ihre Freizeit für mich opfern und für mich tun, was sie können - ohne dafür bezahlt zu werden (höchstens mit einem signierten Freiexemplar). Vielleicht bin ich bei manchen Veröffentlichungen zu ungeduldig. Nicht nur der Leser sitzt hibbelnd in meinem Nacken, sondern auch ich selbst. Das ist wie eine anstrengende Schwangerschaft. Da hat man bereits vier Wochen vor dem errechneten Termin die Schnauze gestrichen voll und möchte das Baby endlich in den Händen halten. Noch eine Korrektur, noch eine Überarbeitung, noch ein letztes Mal drübergehen und noch so versteckte Fehlerteufel raussuchen, ist da oft nur mit Zähneknirschen drin. Ich gebe zu, ich lasse mich oft von meiner Ungeduld und Vorfreude leiten und verzichte großzügig auf ein fünfzehntes Mal Korrekturlesen oder übersehe in meiner schier nicht mehr zu bändigenden Gier, das Ding endlich ins Rollen zu bringen, dass die Autokorrektur faule Eier in meine Story legt. Deswegen kommt es schon mal vor, dass Wörter auftauchen, die dort nichts zu suchen haben, oder Komma fehlen/zu viel sind, die RS hin und wieder ein Eigenleben entwickelt hat oder die Formatierung mir hinterrücks ein Bein gestellt hat.
Ich bin ein Mensch. Und wie ich oben schon gesagt habe, machen Menschen Fehler.
Wären Menschen Roboter, die stur einer Programmierung folgen, gäbe es keine Diskussion über RS-Fehler-wimmelnde Romane oder dergleichen. Punkt. Aus. Dann bräuchte ich mir auch keine Gedanken machen.

Wie ich nun zu diesem Gedankenstrang komme?

Na ja. Ich lese gerade ein Buch, das viele Leute begeistert. Abgesehen davon, dass der Autor geniale Ideen hat, die ich mir evtl. merken sollte und es sicher zu meinem Lieblingsbuch wird, ist es von Fehlern gespickt. Ich stolpere über fehlende Buchstaben am Wortende, mir/mit-Verwechslungen etc. Die seltsame Silbentrennung schreibe ich jetzt mal meinem Reader zu. Auf dem Handy ein kindle-Buch zu lesen, ist für mich auch das erste Mal. Aber nicht das ist das Thema, sondern die RS/Tipp-Fehlerteufel, die sich in das Büchlein geschlichen haben. Wobei ich hier hinzufügen muss, dass es sich hierbei um eine Übersetzung handelt. Also ist hier eher der/die Übersetzer oder der/die Tippse, die den Text ins Reine getippt hat, der/die Übeltäter. Ich habe aber auch schon Bücher von deutschsprachigen Autoren gelesen, bei denen mir dieselben Gedanken kamen.

Ich erwarte beileibe keine Perfektion von anderen. Wie käme ich dazu, jemanden zu kritisieren, wenn ich selbst nicht ohne Makel bin. Ich schreibe keine Rezis oder prangere andere Leute wegen ebendies an. Ich bin der Meinung, ich habe kein Recht dazu. Ich schreibe den Autor oder die Autorin lieber direkt an und teile meine Fundsachen mit - per PN !!! So macht man das unter Kollegen.
Ein öffentliches Anprangern und Miesmachen auf Facebook und dergleichen ist würdelos. Vor allem, wenn die Anklageschrift selbst von RS/Grammatik-Fehlern trieft. Wenn man jemanden deswegen kritisiert, sollte man es sich vorher noch einmal durchlesen, notfalls den Duden zu rate ziehen, bevor man auf Enter drückt. Meine Meinung. Ich sage nur: Glashaus.
Da gibt es ganz skurrile Sachen.

Um auf den Punkt zu kommen. Ich meckere nicht wegen der Fehler. Ich kann eben manchmal nicht meinen Autoren/Korrektur-Kopf ausschalten. Mir fallen solche Sachen bei fremden Texten eher auf, als bei meinen eigenen. Das geht sicher jedem Autor so. Betriebsblindheit, nennt man das. Der Kopf korrigiert das was die Augen sehen und suggeriert einem Fehlerfreiheit. Weil man ja weiß, was da eigentlich stehen soll. Jeder Autor hat seinen eigenen (Schreib)Stil. Soll er auch haben. Ich nehme für mich dasselbe Recht heraus.
Ich meckere auch nicht, sondern es ist eine pure Feststellung. Die Begeisterung von Leuten über ein Buch lässt sich nicht anhand der Fehlerfreiheit eines Textes messen. Eine Aussage, die ich per meiner derzeitigen Lektüre bestätigen kann. Wenn der Autor eine gute Schreibe hat, geniale Ideen, die einem in einem vollbesetzten Bus oder auch allein auf'm Klo lauthals loslachen, weinen, schreien oder Nägel kauen lässt, dann ist das Buch gut. Ich messe Bücher auch nicht an den beinhalteten Fehlern, sondern an den Ideen, wie gut der Spannungsbogen aufgebaut ist, wie nachvollziehbar die Logik ist, wie leicht ich mich in das Geschehen oder den Protas hineinversetzen kann etc. Obwohl auch da die genannten Begriffe dehnbar sind. Fiktion ist nicht alles, aber oft wie Kaugummi.
Auch ich habe mir bei meinen Geschichten schon vor-Fehler-wimmelnd vorhalten lassen müssen. Es gibt mehr als eine Rezi, in der meine RS-Kenntnisse angemeckert wurden. Ich gehe dann in mich, suche den Makel eher bei mir, als bei der Erbsenzählerei der Leser und arbeite mit etwas Abstand noch einmal daran, um es noch ein kleines Stückchen mehr der Perfektion näher zu bringen. 100% werde ich nie erreichen. Aber das schaffen Bastei, Lyx, Lübbe, dtv und Co. auch nicht. Ich musste mir wirklich auf die Zunge beißen, als meine Tochter eine Schullektüre mit nach Hause brachte und sie mich bei fast jedem Satz fragte, was das nun bedeuten sollte. Gut, vielleicht war die Kommaregelung 1974, als das Buch herausgebracht wurde, noch anders, wie auch das allgemeine Satzbauverständnis etc. Aber da hat dtv ein Schmuckstück dessen geliefert, was ich als Grundlage für meine Dienstagsgedanken ansehe.

Scheiß drauf. Nobody is perfect.

Ein Satz, den ich mir immer wieder zum Motto mache - leider hin und wieder etwas aus den Augen verliere, da ich es noch immer nicht geschafft habe, mir eine Elefantenhaut wachsen zu lassen. Ich werde künftig, weiterhin drauf achten, dass mir meine Ungeduld und die Autokorrektur keine Schnippchen schlagen und so gut wie mögliche Arbeit abliefern. Vielleicht muss ich mir in Zukunft die eine oder andere weitere Rezi bezüglich RS-Fehler in meinen Geschichten gefallen lassen. Dann nehme ich das Buch raus und jage ein paar Fehlerteufel in die Wüste, die so leichtsinnig sind, sich mir zu offenbaren. Aber ich mache mir keine Gedanken mehr darüber 101% abliefern zu müssen, nur weil ein paar RS-Apostel meckern. Auch dieser Text hier ist sicher mit Fehlern gespickt, aber wie ich oben sagte: Scheiß drauf. Nobody is perfect! Macht es erst mal besser.

Und das Buch, das ich gerade lese, wird sicher eines meiner Lieblingsbücher werden, auch wenn ich nicht nur über die lustiggenialen Ideen des Autors, sondern auch mal über RS-Fehler lachen muss. Das macht den Autor für mich menschlich. Hey, er ist wie ich.